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Das „Haus der Zukunft“ mit My Home

So lassen sich Grenzen zwischen der Gebäudetechnik und anderen Systemen und Produkten endlich überwinden. Die FU Berlin zeigt im „Haus der Zukunft“ das Integrationswunder.

Auftraggeber: Forschungsprojekt der FU Berlin (neuronale Netze), Prof. Raul Rojas
Planung und Installation: Martin Klein und andere Studierende, 
Installierte Produkte: MyHome

intellihaus.mi.fu-berlin.de

Wer durch das beschauliche Kleinmachnow am Südrand von Berlin fährt, ahnt nicht, dass hier gerade eines der modernsten Wohnhäuser Deutschlands entsteht. Umgeben von einem Kiefernwald wird hier inmitten des Neubaugebiets kräftig gearbeitet. Äußerlich ein ganz normales Einfamilienhaus wie so viele hier, steht IQ150, ein Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin.
Konzipiert wurde IQ150 von Professor Raul Rojas, im Fachbereich Mathematik und Informatik auf künstliche Intelligenz spezialisiert. Sein Ziel ist es, unterschiedliche Netze und Technologien innerhalb von Gebäuden zu verbinden und funktionstüchtige Schnittstellen zu schaffen. Der wachsende Einfluss von Computern und der Trend zur Automatisierung sind unbestritten. Welche Technologien jedoch zukunftsweisend sein werden und wie ein solches Haus in der Praxis aussehen könnte, bleibt für den Normalbürger noch schwer abzuschätzen.
An diesem Punkt setzt IQ150 an. Nützliche Automatismen, die monotone Haushaltspflichten übernehmen, ein Remotezugriff auf nahezu jedes technische Gerät des Hauses und viele atmosphärische Elemente wie etwa ein simulierter Nachthimmel im Schlafzimmer – all das kann man in Kleinmachnow nun live erleben.

Haus mit Gedächtnis, Nerven und Verstand
„IQ150 hat ein Gedächtnis, Verstand und ein Nervensystem“, vergleicht Professor Rojas das Haus mit einem Lebewesen. Das weitreichende Nervensystem, welches in erster Linie aus Sensoren und Aktoren von Bticino besteht und über eine Busleitung alle Gebäudeteile miteinander verbindet, nimmt an einer Stelle Informationen auf und löst an anderer Reaktionen aus. Die Verkabelung ist besonders übersichtlich und deutlich flexibler als bei jeder herkömmlichen Struktur. Auf diese Weise kann alles mit einer einzigen Fernbedienung gesteuert werden – auf Wunsch auch über das Internet oder per Handy.

Offene Systeme wie My Home sind die Zukunft.
So bilden sich beispielsweise Schnittstellen zwischen dem iPhone, der Miele-Küche mit ihrem eigenen System miele@home und dem Bussystem My Home von Bticino, das neben der klassischen Gebäudetechnik auch die Türkommunikation, Außenkameras und Audiokomponenten beinhaltet.
„In Italien, wo die Technik schon lange auf dem Markt ist, gibt es eine große Benutzer-Community. Hier werden ständig Erweiterungen entwickelt, die jedem Anwender offen stehen – etwa die Verbindung zum iPhone“, erklärt Professor Rojas die Überlegenheit von My Home gegenüber anderen Systemen.
Ganz nebenbei ist das IQ150 so etwas wie ein Showroom für moderne Technik. Ob Glas-Lautsprecher, OLED-Bildschirme, W-LAN-Internet-Radios, Roboter als Wächter oder als Rasenmäher – bei Professor Rojas lässt sich alles in Funktion erleben. Aber nicht nur Komfort für die Bewohner ist ihm wichtig. Auch auf Nachhaltigkeit wurde bei IQ150 Wert gelegt. Im Laufe des Jahres wird noch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hinzu kommen.

http://intellihaus.mi.fu-berlin.de/pmwiki/index.php

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